Tanja Playner – Kunst, die
Perspektiven verschiebt
Die österreichische Künstlerin Tanja
Playner zählt zu den spannenden
Positionen der zeitgenössischen Kunst.
Ihre Werke brechen mit Sehgewohnheiten
und eröffnen neue Sichtweisen auf Körper
und Raum.
Playner löst Körperteile aus ihrer
gewohnten anatomischen Ordnung und
arrangiert sie neu – oft in ungewöhnlichen,
senkrechten Bezügen zu anderen Figuren
oder Objekten. So etwa in einem Werk, das
einen sitzenden Jungen zeigt, neben dem
ein um 90 Grad gedrehter Bücherschrank
steht. Erst beim Drehen des Bildes
offenbart sich eine zweite, überraschende
Ebene.
In dieser spielerischen Verschiebung von
Perspektiven knüpft Playner an
künstlerische Traditionen von Baselitz,
Hockney oder den Kubisten an, entwickelt
sie jedoch mit klarer, poppiger
Formsprache weiter. Auch in ihren
Landschaften verlässt sie die gewohnte
Ordnung: Bäume wachsen gegeneinander
versetzt, Räume überlagern sich – eine
surreale Tiefe entsteht.
Mit ihrer unverwechselbaren Bildsprache
verbindet Playner Konzept und
Leichtigkeit. Ihre Werke fordern nicht nur
den Blick, sondern auch das Denken
heraus – und machen sie zu einer
bemerkenswerten Stimme der
Gegenwartskunst.
Tanja Playner – Art that shifts
perspectives
The Austrian artist Tanja Playner is one
of the most exciting figures in
contemporary art. Her works break with
conventional ways of seeing and open
up new perspectives on body and
space.
Playner detaches body parts from their
usual anatomical order and rearranges
them – often in unusual, perpendicular
relationships to other figures or objects.
For example, in a work depicting a
seated boy next to a bookcase rotated
90 degrees. Only when the image is
turned does a second, surprising layer
reveal itself.
In this playful shifting of perspectives,
Playner draws on artistic traditions
such as Baselitz, Hockney, and the
Cubists, but develops them further
with a clear, pop-inspired formal
language. She also abandons the
conventional order in her landscapes:
trees grow offset from one another,
spaces overlap – creating a surreal
depth.
With her distinctive visual language,
Playner combines concept and
lightness. Her works challenge not only
the eye but also the mind – making her
a remarkable voice in contemporary
art.